Ratgeber
Keyword-Recherche selbst machen: Schritt für Schritt
Von den ersten Seed-Keywords über Suchvolumen, Suchintention und Schwierigkeit bis zum fertigen Themen-Cluster. Diese Anleitung führt Sie durch den vollständigen Prozess, mit kostenlosen Werkzeugen, an denen Sie sofort starten können.
Von Kristian Trpcevski · Zuletzt aktualisiert: 26.06.2026

Das Wichtigste in Kürze
- Keyword-Recherche läuft in fünf Schritten: Sie sammeln Seed-Keywords, erweitern sie mit einem Tool zu einer langen Ideenliste, ergänzen je Begriff Suchvolumen, Suchintention und Schwierigkeit und gruppieren das Ergebnis am Ende zu Themen-Clustern. Jeder Cluster steht für genau eine Seite.
- Seed-Keywords sind Ihre Startpunkte: Das sind die zwei bis fünf Wörter, mit denen Ihre Zielgruppe Ihr Angebot, Ihr Problem oder Ihre Frage beschreiben würde. Aus jedem Seed entstehen über ein Tool hunderte verwandte Begriffe.
- Suchintention schlägt Suchvolumen: Ein Begriff mit 200 Suchen im Monat und klarer Kaufabsicht ist oft wertvoller als einer mit 10.000 Suchen ohne erkennbares Ziel. Entscheidend ist, ob die Suche zu Ihrem Angebot passt.
- Kostenlose Werkzeuge reichen für den Start: Google Keyword Planner, die Google Search Console, Google Autocomplete und Frage-Tools wie AnswerThePublic decken die wichtigsten Schritte ab, ohne dass Sie eine kostenpflichtige Suite brauchen.
- Clustering statt ein Keyword pro Seite: Eine moderne Seite rankt für dutzende verwandte Begriffe. Sie bündeln deshalb Keywords mit gleicher Intention zu einem Cluster und bauen je Cluster eine vollständige Seite, statt für jedes einzelne Wort eine dünne Seite zu erstellen.
Wie macht man eine Keyword-Recherche?
Eine Keyword-Recherche machen Sie in fünf Schritten: Sie sammeln Seed-Keywords, erweitern diese mit einem Keyword-Tool zu einer langen Ideenliste, ergänzen für jeden Begriff Suchvolumen, Suchintention und Schwierigkeit, sortieren nach Relevanz und gruppieren die übrig gebliebenen Begriffe am Ende zu Themen-Clustern. Jeder Cluster wird zu einer eigenen Seite. Für den Einstieg genügen kostenlose Werkzeuge wie der Google Keyword Planner und die Google Search Console.
Die Keyword-Recherche ist das Fundament jeder Suchmaschinenoptimierung. Sie entscheidet, über welche Themen Sie überhaupt gefunden werden, bevor Sie eine einzige Zeile Text schreiben. Wer hier sauber arbeitet, vermeidet den häufigsten Fehler im Content-Marketing: viel Aufwand in Inhalte zu stecken, die niemand sucht. Dieser Ratgeber führt Sie durch den kompletten Prozess, vom ersten Brainstorming bis zur fertigen Themenlandkarte, und zeigt, mit welchen Werkzeugen Sie jeden Schritt umsetzen.
1. Seed-Keywords sammeln
Seed-Keywords sind die Startpunkte Ihrer Recherche, die kurzen Grundbegriffe, mit denen Ihre Zielgruppe Ihr Angebot, Ihr Problem oder Ihre Frage beschreiben würde. Versetzen Sie sich in Ihre Kunden und schreiben Sie auf, welche Wörter diese tatsächlich eintippen. Ein Orthopäde startet etwa mit Begriffen wie Rückenschmerzen, Knie-Arthroskopie oder Orthopäde plus Ortsname, nicht mit dem Fachjargon aus der eigenen Branche.
Gute Quellen für Seeds sind Ihre Leistungsseiten, die Fragen, die Ihnen Kunden im Verkaufsgespräch stellen, und ein Blick auf drei bis fünf Wettbewerber. Notieren Sie zehn bis zwanzig solcher Grundbegriffe. Diese Liste muss noch nicht perfekt sein, sie ist nur das Rohmaterial, aus dem die Tools im nächsten Schritt hunderte konkrete Suchbegriffe ableiten.
2. Keywords erweitern und Ideen sammeln
Jetzt geben Sie jeden Seed in ein Keyword-Tool ein, um aus einem Grundbegriff dutzende bis hunderte verwandte Suchbegriffe zu erzeugen. Der kostenlose Google Keyword Planner liefert verwandte Begriffe und grobe Volumenbereiche. Google Autocomplete zeigt direkt im Suchschlitz, womit echte Nutzer ihre Anfrage vervollständigen, und die Sektion Ähnliche Fragen sowie verwandte Suchanfragen am Seitenende ergänzen weitere Ideen. Frage-Tools wie AnswerThePublic gruppieren Suchbegriffe nach Fragewörtern wie wie, was und warum.
Achten Sie besonders auf Long-Tail-Keywords, also längere und spezifischere Suchphrasen aus drei oder mehr Wörtern. Sie haben einzeln weniger Suchvolumen, sind aber leichter zu ranken, zeigen eine klarere Absicht und summieren sich über viele Begriffe zu erheblichem Traffic. Eine bereits live geschaltete Website hat zudem eine eigene Goldgrube: Die Search Console zeigt unter Leistung, für welche Suchanfragen Sie heute schon auf Position 8 bis 20 erscheinen. Genau dort liegen die schnellsten Gewinne.
3. Suchvolumen richtig einordnen
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Begriff im Schnitt pro Monat gesucht wird. Es ist eine Schätzung und keine exakte Zahl, taugt aber gut, um die Größenordnung eines Themas zu beurteilen. Notieren Sie zu jedem Kandidaten den Volumenwert, am besten in einer einfachen Tabelle, in der jede Zeile ein Keyword ist und die Spalten Volumen, Intention und Schwierigkeit aufnehmen.
Der häufigste Fehler ist, sich auf die größten Zahlen zu stürzen. Hohes Volumen bedeutet meist auch starken Wettbewerb und unklare Absicht. Für die meisten Unternehmen sind mittlere und kleine Begriffe mit eindeutiger Absicht wertvoller, weil sie näher an der konkreten Anfrage und damit am Umsatz liegen. Behandeln Sie das Volumen daher als einen von drei Werten, nicht als alleiniges Auswahlkriterium.
4. Suchintention bestimmen
Die Suchintention ist das Ziel hinter einer Suchanfrage und der wichtigste Wert in Ihrer Tabelle. Üblich sind vier Typen: informational (jemand will etwas lernen, etwa Rückenschmerzen Ursachen), navigational (jemand sucht eine bestimmte Marke oder Seite), kommerziell (jemand vergleicht vor einer Entscheidung, etwa bester Orthopäde Frankfurt) und transaktional (jemand will handeln, etwa Termin buchen). Jeder Typ verlangt ein anderes Seitenformat.
Die Intention raten Sie nicht, Sie lesen sie aus den Suchergebnissen ab. Geben Sie das Keyword bei Google ein und schauen Sie, was auf den ersten Plätzen steht. Sind es Ratgeber und Blogartikel, ist die Absicht informational und Sie brauchen einen erklärenden Inhalt. Sind es Leistungs- und Produktseiten, ist sie kommerziell oder transaktional und ein Ratgeber wird dort kaum ranken. Diese Prüfung am echten SERP ist der zuverlässigste Filter, weil Google selbst zeigt, welches Format es für die Anfrage als passend bewertet.
5. Keyword-Schwierigkeit bewerten
Die Keyword-Schwierigkeit schätzt, wie schwer es ist, für einen Begriff auf die erste Seite zu kommen. Kostenpflichtige Tools geben dafür einen Wert zwischen 0 und 100 aus, der sich vor allem aus der Stärke der bereits rankenden Seiten ableitet. Ohne ein solches Werkzeug bewerten Sie die Schwierigkeit von Hand: Geben Sie das Keyword bei Google ein und prüfen Sie, wer auf den ersten Plätzen steht. Dominieren dort große Marken und etablierte Portale, ist der Begriff hart umkämpft.
Für eine junge oder kleine Website gilt: Beginnen Sie bei den leichteren, spezifischeren Long-Tail-Begriffen mit klarer Absicht, statt sich an den großen, generischen Begriffen die Zähne auszubeißen. Erste Erfolge bei mittleren Themen bauen die Autorität auf, die Sie später für die hart umkämpften Begriffe brauchen. So entsteht eine realistische Reihenfolge statt einer Wunschliste.
6. Keywords clustern und Themen bilden
Sie zielen nicht mehr mit einem Keyword auf eine Seite, sondern bündeln Begriffe, die dieselbe Absicht teilen, zu einem Cluster. Der Grund ist technisch: Googles Sprachmodelle verstehen, dass eine einzige starke Seite für dutzende verwandte Formulierungen ranken kann. Wer rückenschmerzen übungen, übungen gegen rückenschmerzen und was hilft bei rückenschmerzen auf drei dünne Seiten verteilt, lässt diese gegeneinander konkurrieren, statt eine starke Seite zu bauen.
Gehen Sie Ihre Liste durch und gruppieren Sie alle Begriffe mit gleicher Bedeutung und gleicher Intention zu einem Thema. Jeder dieser Cluster wird zu genau einer Seite, mit dem stärksten Begriff als Hauptthema und den übrigen als Unterthemen innerhalb des Textes. So entsteht eine Themenlandkarte, die zugleich Ihr Redaktionsplan ist: Sie sehen auf einen Blick, welche Seiten Sie brauchen und in welcher Reihenfolge.
7. Keywords auf Seiten mappen
Im letzten Schritt weisen Sie jeden Cluster einer konkreten Seite zu, entweder einer bestehenden, die Sie überarbeiten, oder einer neuen, die Sie anlegen. Dieses Keyword-Mapping verhindert, dass zwei Ihrer eigenen Seiten um denselben Begriff konkurrieren, ein Problem, das Suchmaschinen verwirrt und beide Seiten schwächt. Halten Sie pro Seite fest, welcher Cluster sie abdeckt und welcher Hauptbegriff in Title und H1 gehört.
Damit ist aus einer langen, ungeordneten Begriffsliste eine klare Inhaltsstrategie geworden. Den fertigen Plan setzen Sie anschließend in Inhalte um, die jeweils die Suchintention vollständig bedienen. Wie Sie aus einem Cluster einen suchmaschinenoptimierten Text machen, der die Absicht trifft, lesen Sie unter SEO-Texte. Wie die einzelnen Seiten technisch und inhaltlich überzeugen, gehört in die SEO-Optimierung.
Keyword-Recherche-Checkliste zum Abhaken
Arbeiten Sie diese Punkte der Reihe nach ab. Das ist Ihr Prozess in Kurzform.
- Seed-Keywords: zehn bis zwanzig Grundbegriffe aus Kundensicht gesammelt, nicht aus Fachjargon.
- Erweiterung: jeden Seed durch Keyword Planner, Autocomplete und Frage-Tools laufen lassen.
- Search Console: bestehende Begriffe auf Position 8 bis 20 als schnelle Gewinne erfasst.
- Long-Tail: spezifische Drei-Wort-Phrasen bewusst mit aufgenommen.
- Suchvolumen: je Begriff in der Tabelle notiert, nicht überbewertet.
- Suchintention: Typ am echten SERP abgelesen, nicht geraten.
- Schwierigkeit: realistisch eingeschätzt, Start bei leichteren Begriffen.
- Clustering: Begriffe mit gleicher Intention zu Themen gebündelt.
- Mapping: jeder Cluster genau einer Seite zugewiesen, keine Kannibalisierung.
- Redaktionsplan: Reihenfolge nach Wirkung und Aufwand festgelegt.
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Ich liefere eine vollständige Keyword-Recherche mit geprüfter Suchintention, Wettbewerbsabgleich und fertigem Themen-Cluster als Redaktionsplan, mit dem Ihr Team direkt loslegen kann.
Häufige Fragen zur Keyword-Recherche
Was ist eine Keyword-Recherche?
Eine Keyword-Recherche ist die systematische Suche nach den Begriffen, mit denen Ihre Zielgruppe nach Ihrem Angebot, Ihren Themen oder Ihren Problemen sucht. Sie sammeln diese Begriffe, ergänzen Daten wie Suchvolumen, Suchintention und Schwierigkeit und ordnen das Ergebnis zu Themen, die Sie mit Inhalten abdecken. Sie ist das Fundament jeder Suchmaschinenoptimierung, weil sie festlegt, worüber Sie überhaupt gefunden werden.
Wie macht man eine Keyword-Recherche selbst?
Sie sammeln zuerst Seed-Keywords aus Kundensicht, erweitern diese mit einem Keyword-Tool zu einer langen Ideenliste und notieren je Begriff Suchvolumen, Suchintention und Schwierigkeit in einer Tabelle. Anschließend sortieren Sie nach Relevanz, gruppieren Begriffe mit gleicher Absicht zu Themen-Clustern und weisen jeden Cluster einer eigenen Seite zu. Das Ergebnis ist ein fertiger Redaktionsplan.
Welche kostenlosen Tools eignen sich für die Keyword-Recherche?
Für den Einstieg genügen kostenlose Werkzeuge: der Google Keyword Planner für verwandte Begriffe und grobe Volumenbereiche, die Google Search Console für Begriffe, mit denen Sie bereits nahe an der ersten Seite ranken, Google Autocomplete und die verwandten Suchanfragen für Ideen sowie Frage-Tools wie AnswerThePublic. Für exakte Volumen- und Schwierigkeitswerte braucht es später ein kostenpflichtiges Werkzeug.
Was sind Seed-Keywords?
Seed-Keywords sind die kurzen Grundbegriffe, mit denen Sie Ihre Recherche starten. Sie beschreiben aus Sicht Ihrer Kunden Ihr Angebot, Ihr Problem oder Ihre Frage und dienen als Ausgangspunkt, aus dem ein Keyword-Tool dutzende bis hunderte konkrete Suchbegriffe ableitet. Gute Quellen für Seeds sind Ihre Leistungsseiten, typische Kundenfragen und ein Blick auf die Wettbewerber.
Was ist wichtiger, Suchvolumen oder Suchintention?
Die Suchintention ist in den meisten Fällen wichtiger. Ein Begriff mit moderatem Volumen und klarer Absicht, der genau zu Ihrem Angebot passt, bringt mehr als ein großer, generischer Begriff ohne erkennbares Ziel. Hohes Volumen geht zudem oft mit starkem Wettbewerb einher. Behandeln Sie das Volumen als Größenordnung und die Intention als das Kriterium, das über die Eignung eines Begriffs entscheidet.
Was bedeutet Keyword-Clustering?
Keyword-Clustering bedeutet, Begriffe mit gleicher Bedeutung und gleicher Suchintention zu einer Gruppe zu bündeln und je Gruppe eine einzige, vollständige Seite zu bauen. Der Hintergrund ist, dass eine starke Seite heute für dutzende verwandte Formulierungen rankt. Wer stattdessen für jeden einzelnen Begriff eine dünne Seite erstellt, lässt diese gegeneinander konkurrieren und schwächt alle.
Wie oft sollte man eine Keyword-Recherche aktualisieren?
Eine grundlegende Recherche pro Jahr genügt für die meisten Websites, ergänzt um eine vierteljährliche Sichtung der Search Console, um neue Begriffe und Chancen zu erkennen. Vor größeren Vorhaben wie einem Relaunch, einer neuen Leistung oder dem Eintritt in einen neuen Markt sollten Sie zusätzlich außer der Reihe recherchieren, weil sich Suchverhalten und Wettbewerb laufend verschieben.
Lohnt sich eine professionelle Keyword-Recherche?
Wenn Ihre Sichtbarkeit geschäftlich relevant ist und Sie nicht die Zeit oder die Werkzeuge für eine belastbare Analyse haben, lohnt sie sich. Eine professionelle Recherche umfasst geprüfte Suchintention, einen Wettbewerbsabgleich mit Profi-Daten und einen fertigen Themen-Cluster als Redaktionsplan. Welche Leistung das genau umfasst, finden Sie auf der Seite zur Keyword-Recherche.
Fazit
Eine gute Keyword-Recherche ist kein Hexenwerk, sondern ein geordneter Prozess: von den Seed-Keywords über die Erweiterung, das Einordnen von Volumen, Intention und Schwierigkeit bis zum Clustern und Mappen. Wer diese sieben Schritte einmal sauber durchläuft, hat eine Themenlandkarte, die monatelang als Redaktionsplan trägt. Mit den kostenlosen Werkzeugen aus diesem Ratgeber kommen Sie für die meisten Vorhaben weit. Sobald exakte Daten, ein tiefer Wettbewerbsabgleich oder eine belastbare Priorisierung gefragt sind, ist die professionelle Keyword-Recherche der nächste Schritt, und für die Gesamteinordnung Ihrer Website hilft ein SEO-Audit.
Recherche gemacht, aber unsicher bei der Strategie?
Ich übernehme die Keyword-Recherche mit Profi-Daten und liefere einen fertigen Themen-Cluster, der zur Suchintention Ihrer Zielgruppe passt und sofort als Redaktionsplan nutzbar ist.
Verfasst von Kristian Trpcevski. Zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2026.
